Gutes Raumklima? Erfahrungen eines Bauherren

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Interview mit Edwin Keller, Bauherr Mehrfamilienhaus in Ettenhausen (TG)

Herr Keller, warum haben Sie sich für einen Minergie-Standard entschieden?

Der Minergie-Standard steht für energieeffizentes, komfortables und gesundes Bauen. Dabei steht vor allem der Komfort im Vordergrund. Die Bauten garantieren ein hohes Level an Komfort und einen sinnvollen Einsatz der Haustechnik sowie der damit verbundenen Energie. Solche Objekte sind nachhaltig mit hohem Werterhalt.

Wie sind Sie darauf gekommen?

Wir haben vor Jahren die ersten Objekte im Minergie-Baustandard gebaut. Das System hat sich bewährt.

Gerade in Mehrfamilienhäusern ist eine gesteuerte Lufterneuerung wichtig. Was sind Ihre Erfahrungen damit?

Wir haben uns für eine Zehnder-Komfortlüftung entschieden. Eine Komfortlüftung, respektive mechanische Lüftung, wird seitens Minergie empfohlen. Sie macht aber auch Sinn, damit das Objekt «atmen» kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Mieter oder Käufer eines Objektes mit Komfortlüftung nicht mehr darauf verzichten möchten. Die Raumluftqualität ist einfach besser und somit der Wohnkomfort höher.

Bemerken die Bewohner den Unterschied?

Wie erwähnt, ist die Wohnqualität mit Komfortlüftung besser. Den Unterschied erlebt oder kennt man nur, wenn man eine Zeit lang in einem Objekt gewohnt hat, das mit Kontrollierter Wohnraumlüftung (KWL) ausgestattet war und danach in ein Gebäude umzieht ohne KWL. Die Vorteile sind bekannt: frische Luft – auch bei geschlossenen Fenstern, Energieeffizienz, Wärmerückgewinnung, Feuchtrückgewinnung, etc.

Haben Sie praktische Tipps für die Handhabung? Was gibt es im Sommer und Winter zu beachten?

An ganz heissen Tag sollte man schauen, dass die Komfortlüftung tagsüber nicht läuft und nur während der Nacht die kühlere Luft ins Haus kommt, wie bei einer Fensterlüftung. Im Winter ist die KWL in unseren Breitengraden problemlos, einzig während einer Kälteperiode mit sehr tiefen Temperaturen, kann die Luftfeuchtigkeit im Haus abnehmen. Aber dieses Problem besteht auch bei normaler Fensterlüftung. Kalte Luft hat halt weniger Luftfeuchtigkeit. Eine moderne KWL-Anlage mit Enthalpietauscher bringt vorhandene Feuchte in den Raum zurück. Sie lässt sich so einstellen, dass der Luftwechsel dann stattfindet, wenn im Objekt auch gelebt wird und Feuchtigkeit entsteht.

Wie sehen sie das Thema «Fenster öffnen im Minergie-Gebäude»?

Einfach öffnen, da passiert gar nichts und dann wieder schliessen, damit die Vorteile des Minergie-Gebäudes zum Tragen kommen.

Daten und Fakten:

  • Baujahr: 2016
  • Baustandard: Minergie (TG-2262)
  • Anzahl Wohnungen: 4 Eigentumswohnungen
  • Anzahl Bewohner: 10 Personen
  • Energiebezugsfläche: 684 m2
  • Lüftungssystem: Komfort-Wohnungslüftung, Zehnder
  • Dämmung: Hochwärmedämmende Gebäudehülle
  • Wärmeerzeugung: Erdsonden-Wärmepumpe
  • Bauliche Besonderheiten:
  • Für noch mehr Komfort und Effizienz wurde die Gebäudehülle besser gedämmt, als nach Minergie-Baustandard nötig gewesen wäre und entsprich nun sogar einem Minergie-P-Standard.

Kennen Sie das prominenteste Minergie-Bürogebäude?

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Wussten Sie, dass es in der Schweiz rund 2'900 Minergie-Büro- und Verwaltungsgebäude gibt? Das bekannteste ist wohl das Bundeshaus in Bern. Das Bundeshaus West, erbaut 1857, ist nach einem Minergie-Baustandard zertifiziert. Das Bundeshaus Ost sogar nach einem Minergie-ECO-Baustandard. Die besondere Herausforderung bei den Sanierungen war der Erhalt der alten Bausubstanz.

Erneuerung Bundeshaus Ost: Mehr Platz und mehr Komfort 

Mit der 2012 begonnenen Modernisierung des Bundeshauses Ost nach Minergie-ECO wurden die Amtssitze der Bundesräte nicht nur optisch auf Vordermann gebracht: Der Verbrauch des Gebäudes an elektrischer Energie und Wärme konnte dadurch deutlich reduziert werden.  

Die gesamte Haustechnik wurde modernisiert, eine Lüftung für Sitzungszimmer und Cafeteria sowie zwei neue Lifte eingebaut. Neu sind auch die Akustiksegel in den Büros und Sitzungszimmern. Die Räume erhielten weitestgehend ihre ursprüngliche Struktur zurück. Spektakulär war die Unterkellerung des historischen Gebäudes, wozu zehn Meter in die Tiefe gegraben wurde. 450 Mikropfähle stützten das 10'000 Tonnen schwere Gebäude, bis es auf die neue Betondecke abgesetzt werden konnte. So entstanden unter anderem Räume für Technik, Informatik und Notstromaggregate.  

Forderungen der Denkmalpflege erfüllt  

Mit der Realisierung nach Minergie-ECO liess der Bund das historische Gebäude nach neusten energetischen und bauökologischen Massstäben erneuern. Für Minergie-ECO sprach unter anderem, dass sich der Standard mit den Forderungen der Denkmalpflege vereinbaren lässt, wonach der äussere Ausdruck des Gebäudes erhalten bleiben muss.

Kühler Kopf und warme Füsse

Aber warum ist Minergie in Bürogebäude so wichtig? Hier herrschen besondere Verhältnisse. Tagsüber halten sich viele Menschen in den Büroräumen auf. Da ist vor allem eine kontrollierte Lufterneuerung wesentlich, ein gutes Raumklima und angenehme Temperaturen – für einen kühlen Kopf und warme Füsse!

Nachts dagegen sind diese Büroräume leer, kühlen also schnell aus. Darum ist eine gute Gebäudedämmung essenziell. Bürogebäude nach Minergie-Standard sind energieeffizienter und gerade bei der Beleuchtung ist das ein zentrales Thema. Hier wird schon bei der Planung darauf geachtet, möglichst viel Tageslicht zu nutzen.

 

Übrigens: Auch folgende prominente Gebäude sind Minergie-zertifiziert:


Das Minergie-Land: Lernen Sie seine Bewohner kennen!


Rund eine Million Menschen nutzen bereits Minergie. Dank ihnen, die seit 1998 nach dem Minergie-Baustandard bauen, ihn nutzen, unterstützen, in Minergie-Häusern leben, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen, konnten wir die Schweiz um einiges nachhaltiger machen. Darauf sind wir stolz und sagen Danke für diese gemeinsame Leistung! Das motiviert uns, weiter mit vorausschauenden Energiestandards in die Zukunft zu gehen. Kommen Sie mit!

Hier auf der Jubiläumswebseite entdecken Sie, was wir gemeinsam schon erreicht haben und noch erreiche wollen: Menschen, die in Minergie-Gebäuden wohnen oder arbeiten, Ausführende, die sie gebaut und Planer, die sie mitgestaltet haben. Aber auch Wissenswertes, Erstaunliches und nützliche Tipps. Entdecken Sie unser Minergie-Land! Und kommen Sie wieder! Monat für Monat gibt es neue, spannende Geschichten.

 

Was haben wir schon gemeinsam mit Ihnen erreicht?

Erfahren Sie es in unserem Jubiläumsfilm!


Nachhaltig aus Überzeugung

Mit Seewasser gekühlt: der modernisierte Hauptsitz der Zürcher Kantonalbank

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Seewasser für die Kühlung, Warmwasser aus dem Serverraum. Das Ganze kombiniert mit einem hohen Anteil ökologischer und regionaler Materialien. Mal ehrlich: Hätten Sie dabei an den Hauptsitz einer Kantonalbank gedacht? Vielleicht nicht. Aber genauso präsentiert die Zürcher Kantonalbank seit August 2015 ihren komplett modernisierten Hauptsitz an der Zürcher Bahnhofstrasse.


Behaglichkeit, Nutzungsvielfalt und Denkmalschutz

Beim Umbau des Hauptsitzes legte die Zürcher Kantonalbank höchsten Wert auf Funktionalität, Behaglichkeit, Nutzungsvielfalt, Nachhaltigkeit und auch Denkmalschutz. Das Kernstück bildet die neu gestaltete, grosszügige Kundenhalle. Wer sie betritt, wird persönlich empfangen und je nach Anliegen zu einem Service-Desk, an einen der zwölf Automaten oder in eines der rund vierzig Beratungszimmer geleitet.  


1'000 Tonnen CO2 weniger pro Jahr

«Mit dem Umbau konnten wir unseren ökologischen Fussabdruck stark verbessern», erklärt Martin Hirni, Leiter Immobilien der Zürcher Kantonalbank. Die neue Seewasser-Wärmepumpe reduzierte den CO2-Ausstoss gegenüber der bisherigen Öl-/Gasheizung um rund 1’000 Tonnen pro Jahr. Ebenso gelang es durch den konsequenten Einsatz von LED, den Energieverbrauch massgeblich zu senken.

Aber warum der Aufwand? «Zentraler Bestandteil unseres Leistungsauftrags ist es, eine umweltverträgliche Entwicklung im Kanton Zürich zu unterstützen. Hier sind wir der Zürcher Bevölkerung und Wirtschaft verpflichtet. Deshalb setzen wir uns seit vielen Jahren aus Überzeugung für die Nachhaltigkeit ein, unter anderem im eigenen Betrieb», beschreibt Martin Hirni die Beweggründe für den Minergie-Umbau.

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Martin Hirni, Leiter Immobilien der Zürcher Kantonalbank


Ehrgeizige Ziele: Alle Neubauten nach Minergie

Der CO2-Fussabdruck der Zürcher Kantonalbank zeigt, dass über die Hälfte der CO2-Emissionen auf Gebäudeenergie – sprich auf Heizenergie- und Stromverbrauch – zurückzuführen sind. Hier setzt die Bank mit ihren betrieblichen Umweltzielen an: «Seit 2010 konnten wir unseren CO2-Ausstoss bereits um mehr als ein Drittel senken. Bis 2022 wollen wir diesen um weitere 15 Prozent gegenüber 2016 reduzieren», beschreibt der Leiter Immobilien. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bank ein umfassendes Massnahmenpaket definiert. «Dazu gehört unter anderem, dass wir bei grösseren Neubauten seit 2015 nach dem Minergie-Standard bauen, auch bei allen Umbauten prüfen wir dessen Einsatz», beschreibt Martin Hirni.    


Gemeinsam mit Minergie Gebäudestandards überarbeitet

«Wir sind seit 1998 Leading-Partnerin des Vereins Minergie. Jährlich entwickeln wir gemeinsam unsere Nachhaltigkeitsleistungen weiter. Minergie hat beispielsweise unsere eigenen Richtlinien und Standards der Gebäudetechnik analysiert. Wir erhielten wertvolle Tipps zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, die wir nun umsetzen. Wir wollen mit unserem Wissen in diesem Bereich auf dem aktuellsten Stand sein.»  


Auch Kunden zu nachhaltigem Bauen motivieren

Diese persönliche Überzeugung vom nachhaltigen Bauen möchte die Zürcher Kantonalbank auch an ihre Kunden weitergeben und fördert deshalb nachhaltige Bauprojekte: Minergie-zertifizierte Liegenschaften berechtigen ihre Kundinnen und Kunden zum Bezug des ZKB Umweltdarlehens mit vergünstigten Konditionen. So fördert die Zürcher Kantonalbank gemeinsam mit Minergie eine umweltverträgliche Entwicklung der Immobilien im Wirtschaftsraum Zürich.

     

Daten und Fakten  

  • Minergie-Nr.: ZH-7423
  • Dauer des Umbaus: 4 Jahre
  • Anzahl Mitarbeitende im Gebäude: Rund 800
  • Gekühlt und geheizt wird der umgebaute Hauptsitz durch eine Seewasser-Wärmepumpe. Damit können 70-80% des Kühlenergiebedarfs direkt durch das Seewasser abgedeckt werden (Freecooling).
  • Zur Erwärmung des Brauchwassers wird auch die Wärme aus den Serverräumen genutzt
  • Beleuchtung: ausschliesslich LED-Technologie
  • Strombedarf: 100% Ökostrom der Qualität „naturemade star“
  • Die Gebäudehülle wurde um 23% besser gedämmt, als dies gesetzlich vorgeschrieben ist
  • Wo möglich sind Minergie-ECO taugliche und regionale Materialien eingesetzt